Amelie Ricca
Seit unserem letzen Interview vor drei Jahren ist viel passiert bei Amelie Ricca, der jüngsten Chartsstürmerin der Austrian Schlager Charts.
Aktuell steht sie auf Nummer eins mit der hochdeutschen Version von „Do bin i dahoam“, welches jetzt „Da bin ich zu Hause“ heisst.
Grund genug für ein erneutes Gespräch.
Liebe Amelie; es ist glaub ich gut drei Jahre her seit unserem letzten Interview. Damals hatte ich dich gefragt, was dein bislang coolstes Erlebnis in Verbindung mit der Musik war. Damals war es ein Auftritt bei „Schlagerspaß mit Andy Borg“. Wie würdest du die Frage jetzt beantworten, 2025? Was ist das Coolste, was seither passiert ist?
In den letzten drei Jahren durfte ich unglaublich viele besondere Momente erleben, da fällt es wirklich schwer, nur einen herauszupicken. Ein absolutes Highlight war aber definitiv die „Starnacht in Mörbisch“. Über 3.500 Menschen im Publikum – und als ich meinen eigenen Song „I hob a Herzal für di“ unplugged ganz zum Schluss gesungen habe, haben gefühlt alle mitgesungen. Das war ein Gänsehautmoment, den ich nie vergessen werde. Man kann das übrigens auch auf meinem YouTube-Kanal sehen – ganz am Ende des Videos!
Deine aktuelle Single „Da bin ich zu Hause“ ist eine hochdeutsche Version von deinem Titel „Do bin i dahoam“. Weshalb der Wechsel ins Hochdeutsche? Wirst du generell vermehrt in die hochdeutsche Richtung gehen?
Der Wunsch kam tatsächlich von meinen Fans aus Deutschland und auch von einigen Radiosendern. Sie meinten, es wäre schön, das Lied auch in Hochdeutsch zu hören. Und das hat sich bewährt: Auf YouTube hat die hochdeutsche Version inzwischen deutlich mehr Aufrufe als die Dialektversion. Ich wirde natürlich immer wieder auch Lieder im Dialekt zurückgreifen.
Deine Lieder sind sehr vielfältig – stilistisch ist von Falco-haftem („Sissi Kaiserin von Österreich“) über deutschen Pop-Schlager („Hoch über Wolken“) und englischem („A Night Like This“) bis hin zum Landler „Do bin i dahoam“ alles mit dabei. Ist dir diese Vielfalt wichtig?
Ja, absolut! Manche sagen, ich hätte noch keine klare Linie – aber für mich gehört genau diese Vielfalt zu meinem Stil. Mein musikalisches Fundament ist ganz klar der Pop-Schlager, aber wenn ich 90 Minuten live auf der Bühne stehe, ist es einfach schön, dem Publikum verschiedene Facetten zu zeigen und für Abwechslung zu sorgen.
„Du blauer Planet“ wiederum ist eine schöne Klavierballade mit Message. Was bedeutet dir dieses Lied?
Das Thema Klima und Umwelt betrifft uns alle – deshalb wollte ich mit „Du blauer Planet“ ein Lied mit einer klaren Botschaft machen. Es soll berühren und gleichzeitig zum Nachdenken anregen. Den Song gibt’s übrigens auch auf Englisch – damit die Message möglichst viele Menschen erreicht.
Was hörst du privat aktuell für Musik? Deine LieblingskünstlerInnen?
Ich höre querbeet – vor allem Pop und Schlager, so wie sie im Radio laufen. Es kommt immer auf die Stimmung an. Ich liebe Musik, die Emotionen transportiert.
Du schreibst viele deiner Lieder selbst (im Team mit Wolfgang Grabmair); wo nimmst du die Inspiration her, wie schreibst du/ihr?
Die besten Ideen kommen direkt aus dem Leben. Gespräche, Beobachtungen, eigene Erlebnisse – das alles fließt in meine Texte ein. Mit Wolfgang arbeite ich schon lange zusammen, wir ergänzen uns gut und entwickeln die Songs gemeinsam weiter.
Was hält die Zukunft für dich bereit? Was sind deine Pläne für die nächsten Monate?
Mein Motto ist: Dranbleiben, wachsen und weiter Gas geben! Es stehen einige spannende Projekte an, neue Songs sind in Arbeit – und natürlich freue ich mich auf viele Live-Auftritte.
Und zum Abschluss: Wo siehst du dich in 20 Jahren – sowohl privat wie auch künstlerisch bzw. in deiner Karriere?
Ich weiß, das klingt vielleicht für manche mutig – aber ohne Visionen geht es nicht. Ich träume davon, in den nächsten Jahren auf den großen Bühnen Europas zu stehen. Privat wünsche ich mir ein erfülltes Leben mit Menschen, die mir guttun. Und ich hoffe, dass ich auch in 20 Jahren noch mit derselben Leidenschaft Musik machen darf wie heute.
